Schlagwort: Polizeiakten

Gefragte Akten: Die Fremdenpolizeidossiers im Fokus der Forschung

Allgemein, Aus dem Lesesaal, Blogserie, Magnet Basel

Historikerinnen und Historiker haben alle einen Traum: Neuland zu entdecken, einen Aktenbestand zu finden, der bisher noch kaum erforscht ist. Da sind sie beim Staatsarchiv Basel-Stadt an der richtigen Adresse. Denn die Hunderttausenden von Fremdenpolizeidossiers, die hier lagern, wurden von der Forschung in den letzten Jahrzehnten erst ansatzweise bearbeitet. Der folgende Beitrag von Hermann Wichers,…

Kategorien der Befremdung: Fremdenpolizeiakten im Staatsarchiv

Aktenzeichen, Magnet Basel

Schalterhalle der Fremdenpolizei im Spiegelhof, um 1950. Staatsarchiv Basel-Stadt, Hö D 35385 Wie kommt es eigentlich dazu, dass im Staatsarchiv eine derart grosse Menge an Migrationsgeschichten dokumentiert ist? Und was für Akten sind das genau? Was heute auf Bundesebene  Staatssekretariat für Migration oder auf kantonaler Ebene (im Falle der Stadt Basel) Bevölkerungsdienste und Migration heisst,…

Nachfragen erwünscht! Zu den Fremdenpolizeiakten im Staatsarchiv

Aktenzeichen, Blogserie, Magnet Basel

Ein Meer an Geschichten zu Menschen, die in Basel als Migranten gestrandet sind, verbirgt sich in den Akten des Staatsarchivs Basel-Stadt. Dieser Beitrag von Nicole Dreyfus erschien im Sonderheft von tachles am 21. April 2017, zur Ausstellung Magnet Basel. Foto: Aurel Fischer 2016. Öffentlich waren die Akten schon lange. Doch kaum jemand interessierte sich dafür….

Fiction und Faction – ein Gespräch

Allgemein, Anlässe, Magnet Basel

Eine unfassbare Fülle von Lebensgeschichten steckt in den Dossiers der Fremdenpolizei, wie sie die aktuelle Ausstellung Magnet Basel zeigt. Stoff für Geschichtsbücher – und für Romane? Was für Inspiration schöpft eine Schriftstellerin aus Akten, wie geht sie mit Fakten um, wo liegen allfällige Grenzen der literarischen Freiheit? Wo und wie unterscheiden sich literarisches Schreiben und…

Stimmen zu Akten: Blogserie zu Magnet Basel

Blogserie, Magnet Basel

Was hiess es – was heisst es, seine Heimat zu verlassen und in der Fremde ein neues Leben zu beginnen? Von Migrationserfahrungen im Spiegel behördlicher Akten erzählt die laufende, fünfteilige Ausstellung Magnet Basel (28. April bis 1. Oktober 2017). Begleitend dazu präsentieren zwei der Ausstellungsorte, das Staatsarchiv und das Museum für Wohnkultur, in einer Blogserie…

Von unschätzbarem Wert: Fremdenpolizeiakten im Staatsarchiv

Aktenzeichen, Blogserie, Magnet Basel

Da steckt Geschichte drin, besser gesagt: Da stecken Geschichten drin. Und zwar Hunderttausende. Geschichten von Menschen, die in Basel Zuflucht suchten, Arbeit, Liebe oder ganz was anderes. Über einen Kilometer Regale füllen die Akten der kantonalen Fremdenpolizei im Staatsarchiv Basel-Stadt. Es ist eine Quelle von unschätzbarem Wert. Denn es sind nicht einfach Unterlagen, die aus…

Isaak Aufseher – toleriert zur Weiterreise

Aktenzeichen, Magnet Basel

Sieht so eine Flüchtlingsfamilie aus? Die Fotos in der Fremdenpolizeiakte von Isaak Aufseher (PD-REG 3a 33185) zeigen zwar einen (1952) als politischer Flüchtling anerkannten polnischen Juden, der 1939 illegal in die Schweiz einreist. Zuvor ist er antifaschistischer Aktivist jüdischer Herkunft in Spanien, Deutschland und Frankreich. Aber Gattin Rosa und Tochter Katja stammen nicht wie er…

Ludwig Trautmann – (k)ein politischer Flüchtling

Aktenzeichen, Magnet Basel

„Hiermit beehre ich mich Ihnen das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz ergebenst einzureichen, und zwar in erster Linie zwecks Erholung von ausgestandenen Strapazen im Konzentrationslager in Deutschland.“ Mit diesen Worten beginnt Ludwig Trautmann, Schauspieler und Filmdarsteller, sein Gesuch 1935. Nachzulesen in Trautmanns Fremdenpolizeidossier in der Ausstellung Magnet Basel. In Basel hält sich Trautmann dann…

Maria Brüstle – keine Einwände vorhanden

Aktenzeichen, Magnet Basel

Seit 12 Jahren lebt Maria Brüstle in Basel, als sie 1943 einen Antrag auf ein Rückreisevisum stellt: Sie will in ihre badische Heimat zurück, vorübergehend, um beim Heuen zu helfen. Keine Einwände, stempelt die politische Abteilung der Fremdenpolizei ihren Antrag ab. So steht es im Fremdenpolizeidossier von Maria Brüstle. Gegen ihre Anwesenheit in Basel als…

Russisch für Basel?

Allgemein, Anlässe

Scheues Fräulein, tüchtige Dozentin oder Edelkommunistin? Von Elsa Mahler, Russlandschweizerin und erste Professorin der Basler Universität, erzählt Carla Cordin (Historikerin MA) an einem Kurzvortrag an der Museumsnacht. Die 1882 in Moskau geborene Elsa Mahler, Tochter eines Schweizer Kaufmannes, kam 1920 nach Basel und begann hier an der Universität eine beeindruckende und langjährige Karriere als Wissenschaftlerin…

Unblutige Schiesserei anno 1929

Allgemein, Aus dem Lesesaal

Thompson-Maschinenpistole der Zwischenkriegszeit. 1929 kam es bei der Basler Polizei zu einer unabsichtlichen Schussabgabe – als Leutnant Bloch seine Maschinenpistole entladen wollte. Die Polizeioffiziere hatten für das sogenannte Rote Treffen vom 24. März 1929 ihre MP’s mit 50-Schuss-Magazinen geladen. Nach dem Einsatz galt es, die Waffen, nach Entfernen der Magazine, wieder zu entladen. Leutnant Bloch…

Mord oder Selbstmord – und eine Nebenhandlung

Allgemein, Aus dem Lesesaal

Am 28. Juli 1887 wurde um fünf Uhr in der früh ausserhalb der Stadt, an der damaligen Gundoldingerstrasse unterhalb des Magarethengutes, ein Unbekannter mit vier Schusswunden (zwei an der Stirn, zwei am Bauch) sowie zwei klaffenden tödlichen Schnittwunden an der rechten Seite des Halses und am linken Handgelenk aufgefunden. Da am Vorabend etwa um 22…

Jiu-Jitsu: Basler Polizei als Pioniere

Allgemein, Aus dem Lesesaal

Im Januar 1908 offerierte August Sandoz aus Le Locle, seines Zeichens ‚Professeur de Jiu-Jitsu’, der Polizeileitung diesen soeben in Europa angekommenen japanischen Kampfsport mit dem Argument, dieser erlaube, Widerstand leistende Personen ohne Schwierigkeiten und ohne jede Gefahr, einfach durch einige Griffe, zu führen und auszuschalten. Hauptmann Mangold hielt dafür, dass „der Wert dieser Kenntnisse mit…

Diebstahl mit Folgen

Aus dem Lesesaal

Im November 1762 wurde bei Ludwig Mieg, Geldwechsler auf dem Barfüsserplatz, ein Diebstahl von 8’000 Gulden verübt. Dessen Aufklärung nahm den Kommandanten des Harschiererkorps, Nicolaus Miville, stark in Anspruch. Erst zwei Jahre später wurden die Gebrüder Johannes und Jakob Bach als Täter entdeckt. Über diese Geschichte schrieb Miville in seinem Tagebuch: „Item erfuhr ich, dass…

Krawall in der Steinenvorstadt

Aus dem Lesesaal

Die Steinenvorstadt vom Barfüsserplatz her, 1882. Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 99 Auf Grund verschiedener Lärm-Petitionen aus der Nachbarschaft der Bayerischen Bierhalle verfügte das Basler Polizeidepartement, dass diese Wirtschaft jeden Abend um 23 Uhr zu schliessen habe. Am 8. September 1883, einem Samstag, trat diese Verfügung in Kraft. Der Wirt Franz Bühler leistete der Verfügung Folge…

Aktenzeichen PD-REG 3a 56069: Rainer Brambach

Aktenzeichen, Allgemein

In den Akten der Basler Fremdenpolizei widerspiegeln sich Lebensgeschichten. Zum Beispiel jene des Schriftstellers Rainer Brambach. Der folgende Text, recherchiert und verfasst von Gabriel Heim, wurde am 8. März 2016 erstmals in der Reihe SPURENSUCHE im Philosophicum, Ackermannshof – Basel vorgetragen. Das Manuskript ist Eigentum des Autors, alle Rechte daran sind vorbehalten. Vorgeschichte Rainer Brambach…

Scan on demand

Digitalisierung, Projekt Sicherung & Nutzbarmachung

Staatsarchiv Basel-Stadt, Hö D 7569. Das Digitalisierungsprojekt Sicherung und Nutzbarmachung (S&N) geht inzwischen in sein vorletztes Jahr. Nach wie vor wird erschlossen, gescannt, mikroverfilmt und online gestellt. Und zwar nicht nur gemäss Portfolio, also nach archivischen / konservatorischen Aspekten. Sondern auch nach Benutzerwünschen. Bewusst wurde im Projektbudget genügend Zeit und Arbeit frei gehalten, um laufende…