Nie wieder, ich schwöre / 3

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Digitale Edition

Am 26. Juli 1564 schwor Anna Möscherinj von Häfelfingen: Ich werde mich nicht rächen, weil ich ins Gefängnis geworfen wurde und einen Gulden Geldstrafe bezahlen muss. Bestraft worden war sie, weil sie dem Joss Bürgin von Häfelfingen die Ehe versprochen hatte – und ihn dann sitzen liess.

So steht es nachzulesen im Urfehdebuch X im Staatsarchiv Basel-Stadt. Was ist eine Urfehde? Der schriftlich beglaubigte Verzicht auf Rache an Richtern und Strafverfolgern, oft verbunden mit dem Versprechen, das Gebiet der Stadt nicht mehr zu betreten. Die Urfehdebücher sind somit eine unglaublich reiche Quelle für den Einblick in das Verhältnis von Recht und Ordnung, Alltagsverhalten und Norm früherer Jahrhunderte.

Im Original lautet der Eintrag im Urfehdebuch so:

Anna Möschingerj von Hefelfingen

Die Herren Eerichter habe sy übernacht, inn gfenckniss lossen legen und umb ein gulden gstrofft, von wegen, als Joss Bürgin von Hefelfingen sy der ee angesprochen das sy in am narren seyl gefürt, und gseyt man solle im sagen, sy wölle in haben, und darnoch im nützit bekantlich sin wöllen, ist uff Mittwochen den 26 Höwmonats ditz 64 jors mit gmeyner urphet gnediglichen wider ledig glossen.
Niclauss Im Hoff Not[ariu]s s[ub]s[crip]s[it]

Digitale Edition

Diese Abschrift stammt aus der digitalen Edition des Basler Urfehdebuchs X. Diese ist unter Leitung von Prof. Dr. Susanna Burghartz aus einer Transkriptionsübung 2012 und einer gemeinsam mit Sonia Calvi durchgeführten TEI-Kodierungsübung 2016 am Departement Geschichte der Universität Basel entstanden. Die technische Leitung des Projektes lag bei Prof. Dr. Georg Vogeler (Universität Graz, GAMS), die technische Umsetzung besorgte Christopher Pollin.